Wir sind ausgeschlafen, haben gut gefrühstückt und die
Zahnbürste im Packsack verstaut. Es kann losgehen. Jürgen hat
bereits bei der Buchung geklärt, dass die Autos auf dem
Parkplatz stehen bleiben können. Sagt er jedenfalls.
Mit der „KitzCard“ ist im Juni eine Seilbahnfahrt kostenlos. Um 10:00 Uhr sind wir auf dem Hahnenkamm. Der Aufstieg zur Ehrenbachhöhe (Juch! 😓) ist die erste Bewährungsprobe für das Gepäckkonzept. Das alte Dilemma. Ist das Startgewicht zu gering, wird der Pilot zum „Fliegenden Robert“; aber jedes Kilo quält beim Tragen.
Wir starten gegen 11:30 Uhr. Jürgen sinkt zunächst gen Kitzbühel. Erinnerungen werden an den ersten Flugtag vor einem Jahr wach. Mit der Querung ins Pinzgau im Kopf standen wir damals nicht lange nach dem Start an der Bundesstraße zwischen Kitzbühel und Kirchberg. Aber dieses Mal klappt's. Nach einiger Bastelei geht es schließlich auf der Südseite des Hahnenkamm rauf auf 2-8. Abflug zum Gaisberg. Von dort weiter zum Gampenkogel. Die Choralpe lassen wir rechts liegen.
Vom Gampen aus fliegen wir im Steigflug den Grat entlang über den Tanzkogel auf FL 100 nach Süden. Hinterm Steinkogel liegt das Trattenbacheck, der Wendepunkt für's Abbiegen nach Westen Richtung Gerlospass. Das Eck ist leider total abgeschattet – zu weit geflogen! Trotz ausdauernder Gegenwehr komme ich aus der Spülung nicht mehr heraus, obgleich Jürgen fünfzig Meter über mir noch Steigen hat.
Ich probiere den Prallhang auf der Südseite des Pinzgau aus. Aber der will auch nicht, weil ich dort tief in der Talströmung ankomme. Also landen wir gemeinsam am Campingplatz des Örtchens „Wald im Pinzgau“.
Mit dem Bus brummen wir ein paar Kilometer weiter ostwärts nach „Neukirchen am Großvenediger“ und buchen dort ein Zimmer im „Landhotel Rohregger“. Die Gästekarte wird morgen eine kostenfreie Auffahrt auf den Wildkogel ermöglichen. Zweiter Anlauf zum Flug ins Zillertal? Schau'n wir 'mal 🙂.

